InteriorDesignerin

Neuer Blickwinkel für einen Augenoptiker – Das Se(h)parée

19.06.2015 | Meine Arbeiten & Projekte | Keine Kommentare

Optik vorher

In alten Filmen ist das Wort häufiger zu hören. Der Herrschaften von Welt trafen sich im Separée, um ungestört zu sein. Es waren kleine Nischen, die mit Vorhängen verschlossen werden konnten oder kleine separate Räume. Sie wurden von Gästen gemietet, um beispielsweise einen auserlesenen Kreis um sich zu scharen. Da ich ein Fan von alten Filmen bin, sprang mich die Abwandlung des Wortes förmlich an. Ich habe damals sogar geprüft, ob es in dieser Abwandlung bereits verwendet wurde. Das Glück war mit mir – es war nicht geschützt.

 

 

 

Ungeschminkt

Wie versprochen plaudere ich gerade über eines meiner ersten größeren Projekte als Planerin. Ich sollte in einem bestehenden Augenoptik-Geschäft einen Raum für hochwertige Brillen gestalten.

 

 

 

Meine Aufgabe

Ein Einrichtungsentwurf, der sich in das bestehende Konzept einfügt. Gleichzeitig sollten die Kunden vom vorderen Bereich des Ladens in diesen neuen Bereich  geleitet werden und ein Meßverfahren mußte ebenfalls weiterhin in diesem Raum stattfinden. Ach ja, das vorhandene große Aquarium sollte auch mit integriert werden. Jede Menge Stauraum für Brillengestelle und Utensilien wurde gebraucht.

Ich möchte anmerken, dass ich bis dahin keinerlei Erfahrung mit gewerblichen Räumen hatte. Aber ich habe es mir zugetraut und das ist das wichtigste. Wie überzeugt Ihr nun einen potentiellen Kunden von eurem Können, wenn Ihr ausser den Diplomarbeiten, noch keine nennenswerten Referenzen vorzuweisen habt? Ein Empfehlungsbonus hat mir in diesem Fall geholfen und das war Gold wert. Ich bekam den Auftrag und freute mich wie “Bolle”.

 

 

 

Das Ergebnis

Aus dem jetzigen Allzweck-Abstell-Meß-Raum wurde das Se(h)parée.

Perspektive vom neuen "Sehparée"

Perspektive vom neuen “Sehparée”

Überblick im Grundriss

Überblick im Grundriss

Die Materialauswahl ergibt sich aus dem integrierten Bestand und wurde mit neuen Elementen ergänzt. Mit der Bodenfolie, die übrigens ein Teil des vorhandenen Logos, werden die Kunden vom vorderen Verkaufsraum in das “Sehparée” geleitet. Der Fußboden ist rustikales Parkett, passend zum alten Fachwerkhaus, das Podest wiederum, mit einem hochflorigen Teppichboden belegt. Die Polster mit Leder bezogen. Das unterstreicht die Exklusivität. Die besondere Deckenleuchte bildet den Hinweis auf die Kreativität des Inhabers. Hier war geplant einen Eigenbau nach dieser Vorlage umzusetzen, falls das Original nicht verfügbar wäre. Die Leuchte ist übrigens ein Entwurf von Stuart Haygarth. Somit konnte ich die Geschichte des Unternehmens weitererzählen, bzw. ergänzen.

Mein Entwurf ist begeistert aufgenommen worden, konnte aber nicht umgesetzt werden. Das Unternehmerleben schreibt  eben seine eigenen Romane, so auch in diesem Fall. Das Projekt liegt jetzt fast 9 Jahre zurück. Aus meiner heutigen Sicht gäbe es kleine Anpassungen, aber grundsätzlich wäre es für den Optiker weiterhin aktuell.

 

Ihre

Susanne Schreiber-Beckmann

(Interior Designerin mit Durchblick)

 



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