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Markenbotschaften im Raum platzieren – ein Beispiel aus der Praxis

07.04.2022 | Keine Kommentare

Wie wird ein Raum zur Marke? Diese Frage stellt sich besonders für Unternehmen, die das sichtbar machen möchten, wofür sie stehen. Und zwar gleich dort, wo gearbeitet wird.

 

Ein Beispiel dafür ist der schwedische Wärmepumpen-Spezialist NIBE, der für sich in Anspruch nimmt, mit nachhaltigen Energielösungen zum Klimaschutz beizutragen. Das Unternehmen gilt als Weltmarktführer auf diesem Gebiet und unterhält in Celle eine Niederlassung. Hier gab es einiges für mich zu tun.

 

Der Auftrag: Empfang, Schulungsräume und Catering-Bereich des Firmengebäudes sollten repräsentativer gestaltet sowie akustisch und atmosphärisch aufgewertet werden. Idealerweise so, dass die Kernbotschaft des Unternehmens über das Interior Design visualisiert wird.

 

Die Herausforderung: Große, verschachtelte Räume. Viele Schrägen und tote Flächen. Decken in einer Höhe von 5,90 Metern.

 

Meine Design-Strategie in drei Schritten:
  1. Hingucker platzieren, die den Fokus auf sich ziehen.
  2. Natürliches, die Akustik dämmendes Material einsetzen.
  3. Den vorhandenen Raum optisch verkürzen, wo es nur geht.

 

So habe ich im Catering-Bereich eine ungenutzte Wandnische mit einer Bildtapete ausgekleidet, die eine schwedische Wasserlandschaft zeigt. Das stimmungsvolle Foto passt zur Corporate Identity von NIBE und zieht schon beim Eintreten alle Blicke auf sich. Zudem lenkt es effektvoll davon ab, dass die Nische gar keine weitere Funktion erfüllt.

 

Mit konfektionierten Teppichen aus der Kugelgarn-Kollektion des Schweizer Herstellers FABROMONT habe ich die Sitzzonen im Essbereich betont. Die Farbe bindet die Aufmerksamkeit und vermittelt zudem ein einladendes, warmes Raumgefühl. Blaue Sitzmöbel mit Bezügen aus pflegeleichter Schurwolle und der Formensprache des Scandi-Styles fügen sich harmonisch ein.

 

Um die hallenartige Akustik in den Räumen einzufangen, habe ich zusätzlich Wandverkleidungen mit schallabsorbierendem Rentiermoos eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine Strauchflechte, die polsterförmig wächst und vom Hersteller so präpariert wurde, dass sie keine Pflege benötigt. Haptik und Struktur bleiben trotzdem erhalten.

 

Für den Empfang bei NIBE habe ich einen Tresen mit Stollenwand entworfen. Er ist an den Raumschnitt angelehnt und greift die vorhandene Architektur auf. Dahinter konnte ich zwei ergonomische Vollzeitarbeitsplätze unterbringen: Über die Lichtverhältnisse und eine variable Steh- und Sitzmöglichkeit werden hier alle Anforderungen der aktuellen Arbeitsstättenverordnung erfüllt.

 

Der Wartebereich vor dem Tresen mündete ursprünglich über einen sich verjüngenden Gang im optischen Nirgendwo. Um den Raum zu verkürzen und zu begradigen, habe ich ein Leuchtbild anbringen lassen, das wieder eine schwedische Landschaft zeigt. Licht, Motiv und Farben werten den Raum nun insgesamt auf und rücken erneut den Markenkern von NIBE in den Blick.

 

Jeder auch noch so ungünstig geschnittene Raum kann zur Marke werden. Voraussetzung ist ein Interior Design, das die Botschaft eines Unternehmens aufgreift und in Szene setzt – mit sorgsam ausgewähltem Material und ein paar Tricks.

 

P.S.: Weitere Vorher-Nachher Impressionen sind hier zu sehen.
P.P.S.: Die Fotos sind übrigens von Axel Jakob Fotografie



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